Das Wichtigste in Kürze
- Agenturen verlangen laut öffentlichen Preisübersichten meist 3.000 € – 10.000 € einmalig und 50 € – 300 € pro Monat für Hosting und Wartung (Stand November 2026).
- Ein Baukasten kostet 15 € – 45 € pro Monat, dazu kommen viele Stunden eigener Arbeit, oft am Abend nach der Baustelle.
- Fixpreis-Angebote für Handwerksbetriebe liegen dazwischen, weil Aufbau und Funktionen sich zwischen Betrieben stark ähneln.
- Vergleichen Sie immer das erste Jahr und die Folgejahre, nicht nur den Startpreis.
- Die Kosten sind für Ihren Betrieb in der Regel Betriebsausgaben; die Umsatzsteuer holen Sie zurück, außer Sie sind Kleinunternehmer:in.
- Mit dem Website-Kostenrechner sehen Sie Ihre Zahlen in zwei Minuten.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Vorschriften ändern sich: Prüfen Sie Details bei Ihrer Wirtschafts- oder Handwerkskammer, Ihrer Innung oder Ihrer Steuerberatung.
Wovon der Preis abhängt
Eine Website ist ein bisschen wie ein Bad: Die Fliesen sieht jeder, aber den Preis machen genauso die Leitungen dahinter, die Planung und wer am Ende die Silikonfuge nachzieht. Bei einer Website sind es diese Bausteine:
- Umfang: Eine Visitenkarten-Seite mit drei Unterseiten ist etwas anderes als 20 Leistungsseiten, Referenzen, Karrierebereich und Mehrsprachigkeit.
- Design: Fertige Vorlage, angepasste Vorlage oder komplett individuell gestaltet.
- Texte: Schreiben Sie selbst, oder schreibt jemand für Sie, der Ihr Gewerk versteht? Texte sind oft der größte Zeitfresser.
- Fotos: Eigene Handyfotos, ein halber Tag mit Fotograf:in auf der Baustelle oder Kaufbilder.
- Funktionen: Anfrageformular mit Foto-Upload, Google-Bewertungen, Karte, Stellenanzeigen, Terminbuchung für die Werkstatt.
- Technik und Recht: Handy-Optimierung, Ladezeit, Barrierefreiheit, Grundlagen für Google, Impressum und Datenschutz.
- Betrieb: Hosting, Domain, SSL-Zertifikat, Updates, Backups und wer Änderungen macht, wenn sich Öffnungszeiten oder Preise ändern.
Drei Wege und was sie kosten
Weg 1: Selbst bauen mit einem Baukasten
Baukasten-Anbieter verlangen für Tarife, die für Firmen geeignet sind, 15 € – 45 € pro Monat. Das klingt günstig, und für einen Ein-Mann-Betrieb mit Zeit und Geschick kann es passen. Der eigentliche Preis ist Ihre Arbeitszeit: Struktur überlegen, Texte schreiben, Fotos aussuchen und verkleinern, Impressum und Datenschutz klären, alles am Handy testen. Realistisch sind 40 bis 80 Stunden, bis eine Website wirklich fertig ist. Rechnen Sie diese Stunden mit Ihrem eigenen Stundensatz, wird der Baukasten oft zum teuersten Weg.
Dazu kommt: Für Ladezeit, Barrierefreiheit, Sichtbarkeit bei Google und Rechtssicherheit sind Sie selbst verantwortlich. Und wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, lässt sich die Website meist nicht mitnehmen.
Weg 2: Die klassische Webagentur
Eine Agentur plant und baut Ihre Website individuell, oft mit Workshop, Konzept und mehreren Entwurfsrunden. Öffentliche Preisübersichten für Österreich und Deutschland nennen dafür 3.000 € – 10.000 € einmalig, dazu 50 € – 300 € pro Monat für Hosting und einen Wartungsvertrag mit Supportstunden (umgerechnet auf brutto, Stand November 2026). Im ersten Jahr kommen so 3.600 € – 13.600 € zusammen. Das kann sich lohnen, wenn Sie besondere Anforderungen haben, etwa einen Online-Shop für Ersatzteile oder eine Anbindung an Ihre Branchensoftware. Für eine typische Betriebs-Website mit Leistungen, Referenzen und Kontakt zahlen Sie dabei oft für Arbeit, die schon hundertmal gemacht wurde.
Weg 3: Fixpreis-Angebote für Handwerksbetriebe
Dazwischen liegen Anbieter, die sich auf eine Branche spezialisiert haben. Weil eine Elektriker-Website und eine Tischler-Website dieselben Grundbausteine brauchen (Leistungen, Einsatzgebiet, Referenzen, Team, Anfrage, Pflichtangaben), können sie auf einem erprobten System aufbauen und trotzdem in Ihren Farben, mit Ihren Fotos und Ihren Texten gestalten. Bei Meine-Handwerker-Website kostet die fertige Website zum Beispiel 1.800 € einmalig, mit Content-Management-System zum Selbstbearbeiten 3.600 €, dazu kommen 30 € pro Monat für Hosting und Wartung sowie die Domainverwaltung ab 24 € pro Monat (alle Preise brutto). Was genau enthalten ist, steht auf der Preisseite.
| Baukasten | Webagentur | Fixpreis für Handwerk | |
|---|---|---|---|
| Einmalig | keine Kosten, aber 40 bis 80 Stunden eigene Arbeit | 3.000 € – 10.000 € | z. B. 1.800 € oder 3.600 € mit CMS |
| Laufend pro Monat | 15 € – 45 € | 50 € – 300 € | z. B. 30 € plus Domain ab 24 € |
| Erstes Jahr (ohne eigene Zeit) | 180 € – 540 € | 3.600 € – 13.600 € | Einmalpreis plus 12 Monate |
| Wer macht Änderungen? | Sie selbst | Agentur, meist nach Stunden | Anbieter oder Sie selbst mit CMS |
| Typisch für | Kleinstbetriebe mit Zeit und Geschick | Sonderwünsche, Shops, Schnittstellen | Betriebe, die schnell eine fertige Lösung wollen |
Rechnen Sie Ihre eigenen Zahlen
Der Kostenrechner vergleicht Baukasten, Agentur und Fixpreis für Ihren Betrieb, inklusive Ihrer eigenen Arbeitszeit.
Laufende Kosten: was jedes Jahr wiederkommt
Der Startpreis ist nur die halbe Rechnung. Über fünf Jahre entscheiden meist die laufenden Kosten, welches Angebot günstiger ist. Diese Posten fallen fast immer an, egal welchen Weg Sie wählen:
- Hosting und SSL: Der Speicherplatz, auf dem Ihre Website liegt, und die verschlüsselte Verbindung (das Schloss im Browser).
- Domain: Ihre Adresse im Netz, etwa „elektro-mustermann.at“ oder „malerei-beispiel.de“.
- Updates und Sicherheit: Systeme wie WordPress brauchen regelmäßig Updates von Kern, Theme und Plugins, sonst wird die Website angreifbar.
- Backups: Wer sichert die Website, und wie schnell ist sie nach einem Ausfall wieder online?
- E-Mail-Postfächer: Nicht immer im Hosting enthalten, oft pro Postfach und Monat berechnet.
- Änderungen: Neue Leistung, neues Teammitglied, neue Öffnungszeiten, Betriebsurlaub. Bei Agenturen oft nach Stunden.
Versteckte Kosten, die in Angeboten fehlen
Ein typischer Fall: Ein Malerbetrieb nimmt das günstigste Angebot und zahlt am Ende fast das Doppelte. Die Texte waren nicht enthalten, die Fotos aus einer Bilddatenbank mussten nachlizenziert werden, und jede kleine Änderung nach dem Start wurde mit einer Stunde Mindestaufwand abgerechnet. Achten Sie auf diese Punkte:
- Texte und Fotos sind nicht im Preis, „Inhalte liefert der Kunde“ steht im Kleingedruckten.
- Bildrechte: Kaufbilder ohne passende Lizenz können teure Abmahnungen nach sich ziehen. Eigene Fotos sind besser und glaubwürdiger.
- Kostenpflichtige Plugins und Schriften, die jährlich verlängert werden müssen.
- Mindestlaufzeiten von 24 oder 36 Monaten beim Wartungsvertrag.
- Domain auf den Namen der Agentur registriert: Beim Wechsel wird es kompliziert. Die Domain sollte immer auf Ihren Betrieb laufen.
- Umzugskosten: Wer bekommt die Daten, wenn Sie den Anbieter wechseln, und was kostet die Herausgabe?
- Rechtstexte: Impressum und Datenschutzerklärung sind nicht enthalten oder nur als Vorlage ohne Prüfung.

Steuern: Betriebsausgabe und Vorsteuer
Die Kosten für die Website Ihres Betriebs sind in der Regel Betriebsausgaben. Laufende Kosten wie Hosting, Domain und Wartung setzen Sie im Jahr der Zahlung ab. Ob der einmalige Betrag für die Erstellung sofort oder verteilt über mehrere Jahre abgeschrieben wird, hängt von Höhe und Art der Leistung ab. Das klärt Ihre Steuerberatung in fünf Minuten.
Bei der Umsatzsteuer kommt es auf Ihren Status an. Sind Sie umsatzsteuerpflichtig, holen Sie sich die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer zurück, für Sie zählt also der Nettopreis. Kleinunternehmer:innen können dagegen keine Vorsteuer abziehen, für sie ist der Bruttopreis die echte Belastung. In Österreich gilt die Kleinunternehmerregelung seit 2025 bis zu einem Umsatz von 55.000 Euro brutto im Jahr, in Deutschland liegt die Grenze bei 25.000 Euro im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr (Stand: November 2026, siehe Quellen).
Fragen, die Sie vor dem Auftrag stellen sollten
Vor der Unterschrift klären
- Was kostet die Website einmalig, und was kostet sie pro Monat oder Jahr?
- Sind Texte, Fotos und Rechtstexte im Preis enthalten?
- Wie viele Änderungen sind nach dem Start inklusive, und was kostet jede weitere?
- Kann ich Texte, Fotos und Öffnungszeiten selbst ändern, und muss ich das?
- Läuft die Domain auf meinen Betrieb?
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie kündige ich ihn?
- Was passiert mit meiner Website und meinen Daten, wenn ich wechsle?
- Ist die Website für Handy, Ladezeit und Barrierefreiheit optimiert?
- Gibt es Tracking oder Cookies, und brauche ich dann einen Cookie-Banner?
- Kann ich Beispiele aus meinem Gewerk sehen?
- Wer ist mein Ansprechpartner, und wie schnell wird reagiert?
So machen Sie es richtig
- Angebote auf fünf Jahre hochrechnen
- Leistungsumfang schriftlich festhalten
- Domain auf den eigenen Betrieb registrieren
- Beispiele aus dem eigenen Gewerk verlangen
Lieber nicht
- Nur den Startpreis vergleichen
- Mindestlaufzeiten ungelesen unterschreiben
- Kaufbilder ohne geklärte Lizenz verwenden
- Den Baukasten wählen, ohne die eigene Zeit mitzurechnen
Was sich für welchen Betrieb lohnt
Ein Ein-Personen-Betrieb im Ausbau, der vor allem über Empfehlungen arbeitet, braucht keine aufwendige Agentur-Website mit Konzept-Workshop. Eine Kfz-Werkstatt mit sechs Mitarbeitenden, die Lehrlinge sucht und Service-Termine online vergeben will, braucht mehr als eine Visitenkarte im Netz. Überlegen Sie, was die Website leisten soll: mehr Aufträge in bestimmten Leistungen, weniger unnötige Telefonate, neue Mitarbeiter:innen? Ein einziger zusätzlicher Auftrag für eine Badsanierung oder eine PV-Anlage bezahlt eine solide Website oft schon im ersten Jahr.
Welche Inhalte dafür nötig sind, steht im Ratgeber Was auf eine Handwerker-Website gehört. Wie aus Besucher:innen passende Anfragen werden, erklärt der Ratgeber Mehr passende Anfragen.
Erst ansehen, dann entscheiden
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