Das Wichtigste in Kürze
- Arbeiten Sie bei Kund:innen vor Ort, blenden Sie die Adresse aus und legen Sie ein Einzugsgebiet mit bis zu 20 Orten oder Postleitzahlen fest.
- Die Hauptkategorie ist der wichtigste Einzelfaktor: so genau wie möglich, zum Beispiel „Elektriker“ statt „Bauunternehmen“.
- Der Unternehmensname muss Ihr echter Name sein. Keine Ortsnamen oder Suchbegriffe anhängen.
- Bewertungen bitten Sie alle Kund:innen um, ohne Gegenleistung. Ein QR-Code auf der Rechnung macht es einfach.
- Google verlangt oft eine Verifizierung per Video: Firmenfahrzeug, Werkzeug und Unterlagen bereithalten.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Vorschriften ändern sich: Prüfen Sie Details bei Ihrer Wirtschafts- oder Handwerkskammer, Ihrer Innung oder Ihrer Steuerberatung.
Warum das Profil für Handwerker so wichtig ist
Bei Suchen mit Ortsbezug zeigt Google oben eine Karte mit einigen wenigen Betrieben, darunter erst die normalen Suchergebnisse. Viele Kund:innen rufen direkt aus dieser Karte an, ohne je eine Website zu öffnen. Das Profil ist kostenlos, und es zeigt auf einen Blick, was zählt: Bewertungen, Erreichbarkeit, Fotos und den Anruf-Button. Es ersetzt Ihre Website nicht, aber es ist oft der erste Kontakt.
Ohne Geschäftslokal: Einzugsgebiet statt Adresse
Die meisten Handwerksbetriebe empfangen keine Kund:innen. Der Installateur fährt zum Kunden, der Maler auf die Baustelle, das Büro ist vielleicht im eigenen Haus. Google nennt das „Unternehmen mit Einzugsgebiet“. Die Regeln sind klar: Wenn Sie an Ihrer Adresse keine Kund:innen empfangen, blenden Sie die Adresse aus und geben stattdessen ein Einzugsgebiet an.
- Sie können bis zu 20 Gebiete angeben: Städte, Gemeinden, Postleitzahlen oder Bezirke. Einen Radius um Ihren Standort gibt es nicht mehr.
- Das Gebiet sollte laut Google in der Regel nicht weiter als rund zwei Fahrstunden von Ihrem Standort reichen.
- Hybrid ist erlaubt: Eine Kfz-Werkstatt oder eine Tischlerei mit Schauraum zeigt Adresse und Öffnungszeiten und zusätzlich ein Einzugsgebiet für Montagen. Dann muss während der Öffnungszeiten aber wirklich jemand vor Ort sein.
- Postfächer und virtuelle Büros sind als Adresse nicht zulässig. Ein Profil pro Standort, nicht pro Ort, den Sie anfahren.
Das Profil einrichten, Schritt für Schritt
Profil anlegen oder übernehmen
Suchen Sie zuerst, ob es Ihren Betrieb bei Google schon gibt; oft legen Kund:innen oder Google selbst Einträge an. Dann beanspruchen Sie diesen, statt einen zweiten zu erstellen. Doppelte Profile schaden.
Name exakt wie im Alltag
„Elektro Pichler GmbH“ oder „Malerei Novak“, so wie auf Firmenbus, Briefpapier und Rechnung. Nicht „Elektriker Linz Notdienst 24h Pichler“. Suchbegriffe im Namen verstoßen gegen die Richtlinien und können zur Sperre führen.
Kategorien wählen
Die Hauptkategorie so genau wie möglich, dazu einige wenige zusätzliche Kategorien für echte weitere Schwerpunkte, etwa „Heizungsinstallateur“ zusätzlich zu „Sanitärinstallateur“.
Einzugsgebiet oder Adresse
Adresse ausblenden, wenn keine Kund:innen kommen, Orte oder Postleitzahlen eintragen.
Telefon, Website, Öffnungszeiten
Eine Nummer, unter der wirklich jemand abhebt. Als Website die passende Seite Ihrer Website, meist die Startseite.
Verifizieren
Google wählt die Methode selbst aus, oft ist es ein Video. Erst nach der Bestätigung ist das Profil vollständig sichtbar und bearbeitbar.
Kategorien und Leistungen
Die Hauptkategorie bestimmt, für welche Suchen Sie überhaupt in der Karte erscheinen. Ein Spengler, der „Dachdecker“ als Hauptkategorie wählt, weil das mehr gesucht wird, wird für Dachrinnen und Blechdächer schlechter gefunden. Wählen Sie das, was Sie hauptsächlich machen, und ergänzen Sie wenige echte Nebenkategorien. Google rät ausdrücklich davon ab, für jede einzelne Leistung eine Kategorie hinzuzufügen.
Im Bereich „Leistungen“ beschreiben Sie dann genauer, was Sie anbieten: „Wärmepumpe Installation“, „Badsanierung“, „Rohrreinigung“. Halten Sie diese Liste ehrlich und deckungsgleich mit Ihrer Website. Die Unternehmensbeschreibung nutzen Sie für ein, zwei Sätze zu Schwerpunkt, Region und Besonderheiten wie Meisterbetrieb oder Notdienst.
Öffnungszeiten und Notdienst
Tragen Sie die Zeiten ein, zu denen Sie telefonisch erreichbar sind oder die Werkstatt geöffnet ist. Wer einen echten Rund-um-die-Uhr-Notdienst anbietet, darf „24 Stunden geöffnet“ eintragen. Wer abends und am Wochenende nur gelegentlich ausrückt, sollte das nicht tun: Kund:innen, die um 23 Uhr niemanden erreichen, hinterlassen eine Ein-Stern-Bewertung. Nutzen Sie dann die normalen Zeiten und schreiben Sie den Notdienst mit seinen Bedingungen in Beschreibung und Website.
Feiertage und Betriebsurlaub tragen Sie als besondere Öffnungszeiten ein. Google fragt vor Feiertagen oft selbst nach, ob sich etwas ändert. Antworten Sie, sonst zeigt Google womöglich falsche Zeiten.
Fotos, die Anrufe bringen
Profile mit echten Fotos wirken lebendig und vertrauenswürdig. Laden Sie ein Logo, ein Titelbild und dann regelmäßig Bilder hoch: das Team, der beschriftete Firmenbus, die Werkstatt, fertige Projekte. Fünf neue Fotos pro Monat sind besser als 50 auf einmal und dann zwei Jahre nichts. Vermeiden Sie Stockfotos, Text im Bild und Bilder, die nicht Ihren Betrieb zeigen.

Bewertungen sammeln
Bewertungen sind für Kund:innen der wichtigste Grund, einen Betrieb anzurufen, und sie stärken Ihre Position in der Karte. Die gute Nachricht: Zufriedene Kund:innen bewerten gern, wenn man sie fragt und es ihnen leicht macht. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Abnahme oder der Übergabe des Fahrzeugs, wenn die Freude über die fertige Arbeit am größten ist.
- Persönlich fragen bei der Abnahme: „Wenn Sie zufrieden waren, würde uns eine Google-Bewertung sehr helfen.“
- QR-Code auf Rechnung, Arbeitsbericht oder einer Karte, die Sie dalassen. Den passenden Code erstellen Sie mit dem Bewertungs-QR-Code-Generator.
- Link per SMS oder WhatsApp am Tag nach dem Auftrag, mit einem kurzen Dankeschön.
So machen Sie es richtig
- Alle Kund:innen um eine Bewertung bitten
- Den direkten Bewertungslink oder QR-Code nutzen
- Jede Bewertung kurz und persönlich beantworten
- Bei Kritik sachlich bleiben und ein Gespräch anbieten
Lieber nicht
- Nur die Zufriedenen fragen und die anderen aussortieren
- Rabatte oder Geschenke für Bewertungen anbieten
- Bewertungen von Familie oder Mitarbeitenden schreiben lassen
- Bewertungen kaufen oder von Agenturen „besorgen“ lassen
Die Richtlinien von Google verbieten ausdrücklich Gegenleistungen für Bewertungen und das gezielte Einholen nur positiver Rezensionen. Das gilt auch für die Bitte, eine negative Bewertung gegen einen Nachlass zu löschen. Wettbewerbsrechtlich kann das in Österreich und Deutschland zusätzlich Ärger bringen, siehe Werbung und Bewertungen für Österreich und Deutschland.
QR-Code für Ihre Google-Bewertungen
Erstellen Sie kostenlos einen QR-Code, der direkt zum Bewertungsformular Ihres Profils führt, für Rechnung, Firmenbus oder Visitenkarte.
Auf Bewertungen antworten
Antworten Sie auf Bewertungen, auch auf die guten. Ein kurzer, persönlicher Satz reicht: „Danke, Frau M., die neue Küche war auch für uns ein schönes Projekt.“ Bei Kritik gilt: erst durchatmen, dann antworten. Bleiben Sie sachlich, nennen Sie keine persönlichen Daten der Kundin, entschuldigen Sie sich, wo etwas schiefgelaufen ist, und bieten Sie ein Gespräch an. Ihre Antwort lesen vor allem künftige Kund:innen, nicht nur die Person, die geschrieben hat. Mehr dazu im Ratgeber Referenzen und Bewertungen.
Fake-Konkurrenz und Spam melden
In manchen Gewerken, vor allem bei Schlüsseldienst, Rohrreinigung und Notdienst-Installateuren, tauchen in der Karte Einträge auf, die es so nicht gibt: erfundene Adressen, Namen wie „Notdienst Installateur Wien 24h“ und eine Callcenter-Nummer dahinter. Sie können solche Einträge melden:
- Den Eintrag in Google Maps öffnen und „Änderung vorschlagen“ wählen, etwa den richtigen Namen oder „existiert nicht an diesem Ort“.
- Bei hartnäckigen Fällen das Beschwerdeformular für Unternehmensprofile in der Google-Hilfe nutzen und Belege beifügen, zum Beispiel ein Foto der angeblichen Adresse.
- Gefälschte Bewertungen auf Ihrem Profil melden Sie direkt in der Bewertung über „Bewertung melden“. Bei beleidigenden oder unwahren Tatsachenbehauptungen gibt es zusätzlich den Weg über die rechtliche Meldung.
Verifizierung per Video
Google will sicher sein, dass es Ihren Betrieb wirklich gibt. Bei Handwerksbetrieben ohne Geschäftslokal ist das oft ein Video, entweder als aufgezeichnetes Video oder als Live-Videoanruf. Bereiten Sie es vor, bevor Sie auf „Start“ drücken, denn ein abgelehntes Video kostet Zeit.
Das sollte im Verifizierungsvideo zu sehen sein
- Die Umgebung: Straßenschild, Hausnummer oder markante Gebäude in der Nähe Ihres Standorts
- Ihr Firmenfahrzeug mit Beschriftung, Werkzeug, Maschinen oder das Lager
- Etwas, das nur der Betrieb hat: Sie sperren die Werkstatt oder den Bus auf, Arbeitskleidung mit Logo
- Unterlagen ohne vertrauliche Inhalte, etwa ein Rechnungsbogen oder die Gewerbeberechtigung
- Alles in einem durchgehenden Video, ohne Schnitt, bei Tageslicht
Pflege: zehn Minuten im Monat
Ein Profil ist kein Einmal-Projekt. Planen Sie zehn Minuten im Monat ein: neue Bewertungen beantworten, ein paar Fotos hochladen, Öffnungszeiten prüfen, vorgeschlagene Änderungen von Dritten kontrollieren. Google übernimmt manchmal Änderungen, die andere vorschlagen, und eine falsche Telefonnummer kann Sie wochenlang Aufträge kosten. Wie Profil und Website zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Lokales SEO für Handwerker.
Quellen
- Google: Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen in Google
- Google: Einzugsgebiet verwalten
- Google: Unternehmensprofil bestätigen (Verifizierung)
- Google: Kategorien des Unternehmensprofils
- Google Maps: Richtlinie zu gefälschten Interaktionen
- Google: Tipps für mehr Rezensionen
- Google: Lokales Ranking in den Google-Suchergebnissen verbessern



